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"Dunkles Land" und die Angst

von Ilona Picha-Höberth

 

Oft werde ich gefragt, wie ich ein Buch, wie das „Dunkle Land“ überhaupt schreiben konnte – ein Buch, dass sich mit Themen wie Tod, Trauer und Vergänglichkeit beschäftigt, die doch so viel Angst in uns hervorrufen – Angst und Abwehr?

Die Antwort ist ganz einfach: Warum sollte ich nicht über ein Thema schreiben, das uns alle betrifft? Nicht nur in der Beratungssituation, sondern auch im persönlichen Erleben, im alltäglichen Miteinander?

Ja, es stimmt: Der Tod, das Unabwendbare, der Verlust – all das macht uns Angst – aber dennoch sind diese Dinge fester Bestandteil unseres Lebens. Jeder von uns wird sich – früher oder später – also dieser Angst stellen müssen.

Für mich war es am Ende immer die Angst, die mir neue Türen öffnete , sobald ich den Mut fand, sie zu durchschreiten

Es war die Angst vor dem „Schicksalhaften“, die mich vor fast 40 Jahren dazu brachte, die Astrologie zu erlernen;

es war die Angst vor dem Sprechen, die aus mir eine Geschichtenerzählerin machte;

es war die Angst davor, mich auszudrücken, die mich zum Schreiben drängte;

es war die Angst vor dem Verlust des Augenlichtes, die aus mir eine Fotografin machte;

Und nicht zuletzt war es die Angst vor Verlust und Tod, die mich in die Hospizarbeit führte.

Ich möchte mit diesem Buch Verständnis wecken für unsere eigenen Ängste aber auch für die Ängste der Anderen. Weil gerade diese Angst oft dazu verleitet, vorschnell über den Anderen hinwegzugehen, ihm Rat-“SCHLÄGE“ zu erteilen, wo es angebrachter wäre, ihm Raum zu geben und ein offenes Ohr zu schenken.

Ich wünsche mir einen respektvollen Umgang mit Menschen in schwierigen und scheinbar oft ausweglos erscheinenden Lebensphasen und dazu möchte ich meine Erfahrungen in der Trauer- und Sterbebegleitung teilen. Deshalb richtet sich dieses Buch nicht nur an beratende Astrologen, sondern an jeden, der sich vor die Frage gestellt sieht: „Wie gehe ich mit Menschen um, die gerade in einer solchen Verlustsituation stecken?“

Ich möchte Mut machen, sich einzulassen auf das eigene „Dunkle Land“, weil die Angst des Anderen nichts anderes ist, als meine eigene.

Dunkles Land - Trauerbegleitung in der astrologischen Praxis